Das barrierefreie Zertifikat für Computer-Grundkenntnisse

ECDL Inklusion - „Ein absolut gleichwertiger Abschluss“

„Beim ECDL müssen alle Prüflinge die gleichen Kenntnisse nachweisen. Menschen mit Handicap dürfen jedoch Technologien einsetzen, mit der sie ihre Einschränkung kompensieren können. Das dauert oft länger, daher bekommen sie mehr Zeit zum Lösen der Prüfungsaufgaben“, erklärt Hartmut Sommer von der Dienstleistungsgesellschaft Informatik (DLGI). Die ist in Deutschland für das IT-Zertifikat zuständig. Was den barrierefreien Computerführerschein einzigartig macht: „Der ECDL ist ein absolut gleichwertiger Abschluss, durch den Menschen mit Behinderungen ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Informations- und Kommunikationstechnologie nachweisen können. Bei Bewerbungen ist das viel wert“, so Sommer. Die barrierefreie Prüfung ist nicht nur auf Blinde und Menschen mit Sehbehinderungen abgestimmt. Sie richtet sich genauso an hörbehinderte und gehörlose Menschen, an Personen, die in ihren geistigen Fähigkeiten oder hinsichtlich der Mobilität eingeschränkt sind, und nicht zuletzt an Menschen mit Lernschwierigkeiten wie Legasthenie oder Dyskalkulie, also einer Lese- oder Rechenschwäche. (Quelle: www.test.de)

Keine inhaltlichen Abstriche an den Anforderungen des ECDL-Standards (Syllabus) – aber:

  • Zulässigkeit behinderungskompensierender Techniken
  • Verlängerte Prüfungszeit
  • Zulässigkeit der Prüfungsabnahme im häuslichen Umfeld oder in einer Pflegeeinrichtung
  • Behinderungsspezifische Tests für Blinde
  • Unterstützung durch Gebärdendolmetscher für Gehörlose zugelassen

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Die Kandidaten müssen in der Lage sein, den Computer selbständig zu bedienen.
  • Behinderungskompensierende Hard- und Software ist dabei zugelassen.
  • Die Notwendigkeit der Assistenz in Belangen des täglichen Lebens schließt nicht von der Prüfung aus.

Für wen ist der ECDL Inclusion?

  • Sehbehinderte und blinde Mensche
  • Hörbehinderte und gehörlose Menschen
  • Menschen, die in ihrer Mobilität und Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind
  • Menschen mit Lernschwierig­keiten

Zeitverlängerung für ECDL-Prüflinge mit Handicap:

  • Alle Behin­derungen: zehn Minuten zusätzlich
  • Schwerbehinderte, die mit aufwendigen assistiven Technologien arbeiten müssen: 25 Minuten mehr Zeit
  • Gehörlose, die mit einem Gebärdendolmetscher arbeiten: 25 Minuten mehr Zeit
  • Blinde und Sehbehinderte: 35 Minuten mehr Zeit